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FLUGZEUGLEGENDEN www.aircraft-historyweb.de Fotos  Rainer Lüdemann


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Stand: 05 August 2019



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Messerschmitt Me 262  »Schwalbe« und »Sturmvogel«


Messerschmitt Me 262 A-2a


Am 26. November 1943 beobachtete Hitler im ostpreußischen Insterburg, die Vorführung der VI+AA mit Gerd Lindner am Steuer. Hitler war von diesem Flugzeug fasziniert und stellte die begründete Frage, ob die Me 262 auch Bomben mit sich führen könne; eine Frage, die der anwesende Willy Messerschmitt mit »Ja« beantwortete und zusätzlich angab:

»… bis zu 1.000 kg Bombenlast, sofern für die Umrüstung pro Einheit zwei Wochen Zeit zur Verfügung stünden«. Von diesem Tag an war die Messerschmitt Me 262 dazu ausersehen, eine Doppelrolle zu spielen. Sie sollte nicht nur ein Luftüberlegen-heitsjäger, sondern auch ein Jagdbomber sein. Doch weder das Flugzeug selbst, noch die Rolle die ihm zugeteilt wurde, konnten zu diesem Zeitpunkt noch irgendeinen Einfluß auf den Kriegsausgang haben. Es war zu spät, um ein größeres Produktionsprogramm in die Wege zu leiten. Öl und Turbinen-kraftstoff, Metall-Legierungen und Fachkräfte zum Bau von Flug- und Triebwerken waren knapp. Man hatte endlich das volle Potential der Messerschmitt Me 262 erkannt, aber es war zu spät den Verlauf des Krieges ändern zu können.

März und April 1944 erhielt die Luftwaffe ihre ersten Strahljäger, und zwar 13 Vorserien-Flugzeuge Messerschmitt Me 262A-0 für die Einsatzerprobung. In einem Spezial-kommando unter Major Walter Nowotny flogen sie von Achmer bei Bramsche, Osnabrück aus Einsätze gegen amerikanische Bomber. Die Verluste der US Air Force stiegen so steil an, dass General Carl Andrew Spaatz, der Oberkommandierende der US-Luftstreitkräfte in Europa, die Beendigung der Bombenangriffe in Erwägung gezogen haben soll. Lesen Sie mehr >>>

Von März 1944 bis zum 20. April 1945 erhielt die Luftwaffe 1.433 Me 262, trotzdem hatte dieses aussergewöhnliche Flugzeug auf die Alliierten hauptsächlich nur einen psychologischen Einfluß. Als es nach Kriegsende untersucht wurde, mußten sie aber zugeben, daß die Messerschmitt Me 262, was die Konstruktion ihres Flug- und Triebwerks anging, den Flugzeugen anderer industriell hoch-entwickelter Länder um Jahre voraus war. Erst Detailkenntnisse über dieses Flugzeug ermöglichten es den Russen und Amerikanern, die Entwicklung ihrer eigenen Jet-Fighter und -Bomber in den darauf-folgenden Jahren bis zur magischen Geschwindigkei von Mach 1,0 und darüber hinaus voranzutreiben.

Andere schwere Bewaffnungen/Ausrüstunen erhielt die Me 262A-1a/Ul mit zwei 20 mm-MG 151/20, zwei 30 mm-MK 108 und zwei 30 mm-MK 103-Kanonen. Speziell für den Schlechtwettereinsatz erhielt die Variante Me 262A-1a/U2 eine zusätzliche Funknavigations-ausrüstung. Eine weitere Variante, diesmal unbewaffnet jedoch mit zwei RB 50/30 Kameras im Rumpfbug, war die Me 262A-1a/U3. Unter der Bezeichnung Me 262A-1b wurden in den letzten Kriegswochen noch etwa 20 Me 262A-1a mit zusätzlichen Abschussrosten für 24 R4M-Luft-Luft-Kampfraketen ausgestattet. Von der Me 262 flogen auch noch einige Prototypen fortschrittlicherer Ausführungen.

Me 262 A-1a/U1

Me 262 A-2a/U1

Me 262 B-1a

Me 262 B-1a/U1

Fotos  US Air Force